Was braucht es, um New Work in Organisationen zu etablieren? Welche Führungskompetenzen sind erforderlich? Wie sehen Arbeitswelten und Lernumgebungen von morgen aus? Wir haben mit Branchenexperten gesprochen – Herausgekommen sind einfache Tipps, die jeder sofort umsetzen kann, der sein Team oder Unternehmen für die Zukunft aufstellen möchte.

Wer unter dem Schlagwort New Work etwas in seinem Unternehmen verändern möchte, steht vor vielen Herausforderungen. Beginnt man bei den Räumen? Beim Mindset? Bei der Unternehmenskultur? Wenn es nach Andrea Kahlenberg, Managing Director bei Kienbaum, geht, müssen sich Unternehmen zu Beginn vor allem darüber klarwerden, was sie unter New Work verstehen und wie es dabei wirklich helfen kann, die eigenen Businessziele zu erreichen.

Hat man eine Vision definiert, muss sichergestellt werden, dass diese auch alle verstanden haben. „Dafür reicht ein zwei-Tages-Workshop jedoch nicht aus, denn Veränderung ist ein sehr langer Prozess, für den es keine Abkürzung gibt“, so Kahlenberg. Man muss den Mitarbeitern dafür viel Zeit geben und immer wieder an den Themen arbeiten.

Christoph Magnussen, Gründer und CEO von Blackboat, sieht die Lösung vor allem in der Verbindung von Sicherheit und Freiheit: „Die meisten brauchen neben Struktur auch Sicherheit und sind schnell überfordert, wenn sie zu viele Freiheiten bekommen. Erst wenn durch eine Vision gewisse Spielregeln und Ziele feststehen, fühlen sich Mitarbeiter sicher und trauen sich selbstständig loszulegen.“

Doch wer ist am Zug, damit sich etwas verändern kann? Liegt der Ball bei den Führungskräften oder kann New Work auch von den Mitarbeitern angetrieben werden?

 

„Ein Vorbild zu haben, ist ein wichtiger Punkt. Wenn Menschen nicht wissen, warum sie etwas machen sollen und wofür das Ganze gut ist, kann es nicht funktionieren“, erklärt Christina Burkhardt, Gründerin und CEO der SHIFTSCHOOL. „So ein Prozess muss von oben gewollt sein und vorgelebt werden, aber natürlich müssen die einzelnen Mitarbeiter mitziehen.“

Andere nach ihren Erfahrungswerten zu fragen, kann ebenso dabei weiterhelfen, rät Christina Burkhardt: „Kenne ich andere Menschen, die schon einmal Veränderungsprozesse eingeführt haben? Was waren dort die Fallstricke? Man muss nicht alles selbst wissen, aber man kann um Hilfe fragen und das auf sich selbst übertragen.“

Doch im Zusammenspiel von People, Tools und Mindset hat auch das Thema Workspace einen sehr hohen Stellenwert. „Mitarbeiter, insbesondere in Führungspositionen, haben sich ihr Büro in den letzten Jahrzehnten eher ihrem Status entsprechend ausgesucht und nicht für ihre Aufgaben. Denn ein Büro war lange Zeit ein Statussymbol – das Ziel für viele Menschen in Unternehmen war das große Eckbüro mit Vorzimmer“, so Michael O. Schmutzer, Gründer und CEO von Design Offices. „Doch wenn ich aufgabenorientiert denke, verändert sich mein Bedarf an Räumen. Deshalb müssen sich Unternehmen die Frage stellen, welche Aufgaben die Mitarbeiter haben und dementsprechend Räume gestalten und anbieten.“ Dabei sei vor allem die Mischung wichtig für die Zukunft der Büros: Neben agilen Räumen brauche es auch einen Space, in den man sich zum fokussierten Arbeiten zurückziehen kann.

 

„Lieber Bereichsleiter, überleg dir: Brauchst du noch ein eigenes Büro und ein Vorzimmer?“ Michael O. Schmutzer, Gründer und CEO von Design Offices

 

Quelle: LinkedIn

Analog – Digital – Agil: Wie funktioniert New Work als erfolgreiches Zusammenspiel von Menschen, Organisation, Räumen und Technologie?

Auf der Zukunft Personal Europe diskutierte Michael O. Schmutzer, Gründer und CEO von Design Offices mit Christina Burkhardt, Gründerin und CEO der SHIFTSCHOOL, Christoph Magnussen, Gründer und CEO von Blackboat und Andrea Kahlenberg, Managing Director bei Kienbaum. Moderiert wurde das Panel von Birgit Ströbel, Serial Entrepreneur und Transformationsberaterin.

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