New Work ist mehr als ein schöner Raum

Interview mit Unternehmenssprecherin und Head of Marketing Sabine Sauber

04.06.2020

Was bedeutet Kreativität für den Raum und für die Menschen? Wie lebt Design Offices New Work? Und wie viel Stabilität braucht es in dieser Veränderung? Sabine Sauber im Gespräch mit Unternehmensberaterin Aniko Willems.

Wie schafft ihr es, dass eure Mitarbeiter immer mit einem offenen Herzen da sind, mitdenken und so eine Gastfreundschaft ausstrahlen?

Das hat in erster Linie etwas mit unserem Produkt zu tun. Was wir unseren Kunden anbieten, das ist etwas, das Spaß macht. Kunden die oft zu uns kommen, sind mitten im Aufbruch, sind dabei, sich zu verändern, schauen nach vorne, denken Dinge neu und sagen ‚Mensch, ich liebe diese Flexibilität‘. Das bedeutet Kunden, die zu uns kommen, sind unserem Angebot sehr offen gegenüber und reflektieren das positiv. Das bedeutet für unsere Mitarbeiter, dass sie häufig mit dieser positiven Energie zu tun haben.
Aniko Willems alias Frau Change steht für Veränderung. Bei Organisationen bringt sie ihre langjährige Erfahrung in Form von Veränderungsprojekten, Vorträgen und Coachings ein. New Work und die Digitalisierung sind Kernthemen, mit denen sie sich seit vielen Jahren in der Praxis beschäftigt.
Aber natürlich liegt es auch an den einzelnen, tollen Persönlichkeiten. Da wir ein Hospitality Betrieb sind, haben wir viele Mitarbeiter mit Gastronomie- und Hotellerie-Erfahrung, die generell Spaß an der Arbeit mit Kunden haben. Gleichzeitig sind wir als Arbeitgeber attraktiv, denn wir haben andere Werte als in der Gastronomie oder Hotellerie, andere Dienstzeiten und wenig Nacht- und Wochenendschichten.
All das scheint ganz gut zu funktionieren, sodass wir immer wieder großartige Mitarbeiter bekommen. Das macht uns selbst auch viel Spaß, weil wir wirklich tolle Kollegen haben.

Wie lebt ihr New Work selbst, in euren eigenen Strukturen?

Wir haben die gleichen Hürden wie jedes Unternehmen heutzutage. Wie baut man eine Organisation modern auf? Wie ist die perfekte Mischung zwischen Agilität und Regeln? Wie skaliert man die Organisation? Mit zehn Jahren sind wir auch kein junges Start-up mehr, aber es passt in vielen Bereichen trotzdem, weil wir ein rasantes Wachstum haben – Immerhin haben wir uns die letzten vier Jahre lang jedes Jahr verdoppelt.
Aber neben all der Agilität und Innovationskraft brauchen wir auch Stabilität, Prozesse, die wir einführen und Verstärkung in den verschiedenen Fachbereichen, damit Dinge in der Größenordnung auch abgebildet werden können. Wir sind mittlerweile um die 450 Mitarbeiter in ganz Deutschland verteilt, wo es eben andere Rahmenbedingungen braucht, als noch vor ein paar Jahren.
Ja, wir sind New Work und treiben das Thema in Deutschland stark voran, aber als Unternehmen selbst, sind auch wir noch dabei zu lernen und auszuprobieren und zu gucken, was gut zu uns passt.

Wie sehen eure nächsten Schritte aus?

Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, zusätzlich zur weiteren Flächendeckung in Deutschland, natürlich auch ins Ausland zu gehen. Das andere ist das Inhaltliche, was uns interessiert: Wie schaffen wir es, Treiber in Deutschland für das Thema New Work Spaces zu sein und zu bleiben?

Wie meinst du sieht die Entwicklung der Arbeitswelt weiterhin aus?

Ich glaube die Entwicklung der Arbeitswelt, getrieben durch die Digitalisierung, braucht komplett neue Modelle und andere Arbeitsangebote. Und wenn man ein bisschen in die Zukunft schaut und sieht, dass uns Technologien wie künstliche Intelligenz zunehmend Arbeit abnehmen, muss man sich fragen, was noch übrig bleibt für uns Menschen. Wo werden wir noch gebraucht und gefragt? Heute geht man davon aus, dass es eher die kreativen Dinge sind, sowie sich weiter Innovationen auszudenken, sowie sich mit anderen Menschen auszutauschen.
Generell wird sich die Arbeitswelt gewaltig ändern. Wir werden wahrscheinlich nicht mehr alle jeden Tag arbeiten und lebenslang den selben Job haben. Menschen werden verschiedene Jobs haben, je nach Lebensphase. Und wir werden noch freier arbeiten können, wie es heute teilweise schon der Fall ist, egal ob es den Jobinhalt oder den -ort betrifft.

Das Interview gibt es hier in voller Länge zu sehen: