Flexible Bürolösungen in der Pandemie – Erkenntnisse & Ausblick

Interview mit Wais Wardak, Real Estate Manager und Mitgründer von AllOfficeCenters

02.04.2021

Interview mit AllOfficeCenters-Managing-Partner Wais Wardak zur Arbeitswelt nach Corona. Unternehmen stehen aufgrund der aktuellen Situation mehr denn je vor der Herausforderung, ihren Mitarbeitern eine optimale Arbeitsumgebung zu bieten, die zum einen flexibel ist, aber auch die Anforderung an angenehmes und produktives Arbeiten erfüllt. Wais Wardak, Real Estate Berater und Mitgründer von AllOfficeCenters, verrät, welche Anforderungen Unternehmen an die neue Arbeitswelt haben und welche Vorteile ein Coworking Space zurzeit hat.

Herr Wardak, welche Arten von Büros fragen Unternehmen derzeit bei Ihnen an?

AllOfficeCenters.com ist spezialisiert auf flexible Bürolösungen, und innerhalb der Branche haben sich in den letzten Monaten tatsächlich bestimmte Trends abgezeichnet. Zunächst einmal will ich aber betonen, dass Büros angefragt werden – die Pandemie hat die Nachfrage nach physischen Büroflächen nur für einen kurzen Zeitraum abgebremst.
Kunden wollen Offices anmieten, dass Anforderungsprofil hat sich aber verändert. Unternehmen entscheiden sich dafür, ihren Mitarbeitern flexible Lösungen statt konventionelle anzubieten. Hierfür kommen Einzelbüros ebenso in Frage wie Doppelbüros oder größere Teambüros, wichtig ist, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können, um abteilungsübergreifende Ansteckungen vermeiden zu können.
Dass eine flexible Raumaufteilung oder Flächenabtrennung in Business Centern und Coworking Spaces meist kein Problem ist, kommt unserer Branche sehr zugute und wird von Unternehmen jeder Art und Größe, immer mehr in Anspruch genommen.

Allgemein: Welche Hauptkriterien muss ein Büro aus Mietersicht derzeit erfüllen?

Viele Kernanforderungen an flexible Büroflächen gab es auch vor Corona schon: Unternehmen brauchen eine hochprofessionelle Ausstattung und modernste Technologie am Arbeitsplatz. Sie legen Wert auf eine repräsentative Lage mit exzellenter Infrastruktur und die direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Shopping- und Gastro-Angebote in direkter Nähe sind ebenfalls ein großes Plus.
Aufgrund der Pandemie sind aber natürlich neue Ansprüche entstanden. Das betrifft, wenig überraschend, die Themen Hygiene, Abstand und Zahl der Personen. Doch es gibt weit mehr: Als Reaktion auf die wirtschaftliche Unsicherheit oder wegen suspendierter Expansionspläne werden jetzt kürzere und flexiblere Mietverträge gewünscht. Zusätzliche digitale Services wie Videokonferenzräume, Networking-Tools oder Online-Events sind unverzichtbar geworden. Des Weiteren spielt die Individualität der Ausstattung eine größere Rolle als zuvor – es ist den Mietern wichtig, dass die Flächen ihre Corporate Identity widerspiegeln. Auch die Themen Service und Dienstleistungen stehen immer mehr im Vordergrund.
Daher ist es jetzt entscheidend, dass Business-Center- und Coworking-Betreiber den Mietern so viele Extras und Anpassungsmöglichkeiten wie möglich bieten. Spezielle Anreize für die Mieter, etwa günstigere Mieten oder gesonderte Kündigungsrechte, sind gleichfalls denkbar. Flexibilität und Service sind nicht nur ihre wichtigsten USPs, sondern auch genau der Grund, weshalb sich künftig mehr und mehr Unternehmen für flexible Büros entscheiden werden.

Was müssen Coworking Spaces jetzt und nach der Pandemie bieten, um neue Kunden zu gewinnen?

Wahr ist leider: Klassische Coworking-Konzepte verzeichneten aufgrund der Pandemie den deutlichsten Nachfragerückgang. Ebenso wahr ist aber: Das Homeoffice ist nicht für jeden die beste Lösung. Mitarbeiter fühlen sich hier zum Beispiel isoliert, vermissen soziale Interaktionen. Die Wohnsituation und heimische Ausrüstung sind oft ebenfalls nicht optimal. Coworking ist daraus der perfekte Ausweg. Daher gehen wir davon aus, dass nicht nur Freelancer, sondern auch Start-ups und sogar Angestellte großer Unternehmen in die Coworking Spaces zurückkehren werden.
Eine große Chance liegt zum Beispiel darin, dass Unternehmen ihren Angestellten Hybrid-Lösungen anbieten, also einen Wechsel zwischen Tagen im Homeoffice und im nächstgelegenen Coworking Center. In eine ähnliche Richtung gehen sogenannte Membership-Verträge, die seit einigen Monaten einen deutlichen Schub erfahren. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, nicht jedem Mitarbeiter dauerhaft einen festen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen zu müssen, aber jedem zu jeder Zeit Zutritt zu einem Coworking-Arbeitsplatz gewähren und bei Bedarf zusätzliche Flächen nutzen zu können.
Tisch mit Stühlen und Sitztreppe
Weitere wichtige Maßnahmen betreffen die Einrichtung in den Spaces. In unseren Studien zu den Branchenauswirkungen von COVID-19 hat sich ergeben, dass hier auch schon sehr viel erfolgreich umgesetzt wurde. Zum Beispiel wurden die Abstände zwischen Arbeitsplätzen vergrößert, Trennwände zwischen Schreibtischen eingefügt, berührungslose Türen installiert und Möbel ausgetauscht. Das Angebot an Einzelbüros wurde vergrößert, und in den meisten Locations wird inzwischen mehrmals täglich gereinigt. Wir sind überzeugt: Anpassungen wie diese sind es, mit denen auch klassische Coworking Spaces das Vertrauen der Mitglieder erfolgreich zurückgewinnen werden.

Wie wird sich das Arbeiten in den nächsten Jahren verändern? Wagen Sie sich an eine Prognose?

Das Thema Flexibilität wird noch viel weiter ins Bewusstsein rücken. Nicht zuletzt, weil Mitarbeiter diese jetzt auch selbstbewusst einfordern. Angestellte wollen künftig selbst entscheiden, wann und von wo sie arbeiten – da müssen Büros viel, viel mehr sein als nur ein funktionaler Arbeitsraum.
Arbeitsplätze müssen sowohl hygienisch als auch auf einer persönlicheren Ebene attraktiv gestaltet sein. Digitalisierung, Ausstattung und Design werden eine noch wichtigere Rolle spielen. Der Wunsch nach kurzfristigen und individuelleren Mietverträgen wird weiterhin wachsen.
Büro mit Tisch und Stuhl
Büroraum mit Tisch und Stühlen
Büroraum mit mehreren Tischen und Stühlen

In eigener Sache: Warum sollte man genau jetzt bei Design Offices ein Coworking Space, Office Space oder Meetingraum buchen?

1. Design Offices bietet den Kunden in allen Bereichen flexible Lösungen – variable Laufzeiten, unterschiedlichste Bürogrößen und kurzfristige Verfügbarkeit.
2. Design Offices ist in den größten deutschen Städten mit perfekter Lage vertreten.
3. Design Offices bietet ein Rundum-Sorglos-Paket und der Service vor Ort ist immer einwandfrei.
4. Design Offices hat hochwertiges Mobiliar und setzt hierbei auf top Marken, die nicht nur gut aussehen, sondern auch funktionell sind.
Über Wais Wardak, Managing Partner von "AllOfficeCenters“:
Die Immobilienbranche ist für Wais Wardak ein Heimspiel. Mehr als sechs Jahre war er als Senior Consultant bei dem internationalen Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank tätig. Bis heute pflegt er hervorragende Beziehungen in die Branche und zu Immobilienfonds. Aus der festen Überzeugung heraus, dass der Bedarf der Unternehmen nach Flexibilität steigen wird, gründete Wardak vor sieben Jahren gemeinsam mit seinen damaligen Kollegen Sammy Koch und Thomas Schulz das Unternehmen AllOfficeCenters (AOC). Heute profitieren Kunden, Partner und Mitarbeiter von exzellenten Führungsqualitäten, realistischen FlexSpace-Perspektiven und dem stets entscheidenden Know-how-Vorsprung des AOC-Managing-Partners.

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