So kann New Work gelingen

Wie der ideale Ort der Arbeit künftig aussehen sollte

06.08.2020



Virtuelle Kommunikation, andere Formate und neues Arbeiten: Wir erleben derzeit eine Arbeitswelt, in der Veränderung das Normale zu sein scheint. Vieles, was sich in der Vergangenheit starr und unbeweglich angefühlt hat, ist durch die weltweite Pandemie in Bewegung gekommen. Jetzt gilt es herauszufinden, wie der ideale Ort der Arbeit aussehen muss – und ob es nicht auch mehrere Orte sein können.
Wenn wir zurückblicken auf die Zeit vor Corona wünschten sich viele Menschen, etwas flexibler arbeiten zu können und haben vielleicht versucht, die Kollegen und Chefs vom Homeoffice zu überzeugen. Doch das Firmenbüro war zu starr und ‚oldschool‘, die Kollegen zu festgefahren, die Tools und Methoden nicht zeitgemäß und überhaupt: Wo ist dieses ‚New Work‘, von dem alle sprechen?
Andere haben sich mit Argumenten bemüht, warum das Neue Arbeiten für das eigene Unternehmen, für die Branche und für sie persönlich nicht geeignet ist. Die Zweifler stellten mehr oder weniger vehement fest, dass Coworking, Desk-Sharing und all die anderen flexiblen Möglichkeiten der Arbeitsplatzgestaltung nur bei amerikanischen Software-Giganten und Startups funktionieren. Und außerdem wird ‚New Work‘ eh bald wieder vorbei gehen – quasi wie ein Schnupfen. Statt dem Schnupfen kam die Corona-Pandemie und alles ist plötzlich anders.

Vor- und Nachteile von digitaler Kommunikation und neuem Arbeiten

Ohne Vorbereitung sind wir mittendrin in der Veränderung und merken, dass das Leben ‚remote‘ irgendwie weiter geht. Virtuelle Meetings, Webinare, Kommunikation über Teams, Slack etc. funktionieren gut. Wie selbstverständlich nutzen wir neue Tools, sharen Dokumente in der Cloud und merken, dass E-Mails wirklich fast überflüssig sind. Wir sparen viel Zeit, weil wir nicht reisen. Meetings sind manchmal produktiver, weil sie nur angesetzt werden, wenn sie wirklich nötig sind. Wenn alles gesagt ist, verabschiedet man sich virtuell auch schneller.
In der gewonnenen Zeit surfen wir durch die unzähligen neu gestreamten Inhalte wie Podcasts oder Vorträge, lernen und lassen uns inspirieren. Wir bleiben in Verbindung und tun viel für den Zusammenhalt, weil wir alle ein Teil dieser Ausnahmesituation sind – das schweißt zusammen. Neue Formate wie virtuelle Kaffeepausen oder Feierabendbierchen per Videocall werden ausprobiert und dienen dem Teambuilding.
Doch nach der Vollbremsung, die uns katapultartig ins Homeoffice geschleudert hat, der anschließenden Verwunderung, dass es trotzdem weiter geht, macht sich jetzt der Lagerkoller breit. Die Nerven liegen allmählich blank, wenn Homeoffice anstrengend ist, weil der Platz für Rückzug und Konzentration oder das Homeschooling fehlt und die Technik streikt. Nebenher Kinder, Haustiere oder Eltern betreuen und alles am Laufen zu halten, ist unmöglich.
Allmählich ist klar: Wir vermissen das Büro, den Ort der ungestörten und produktiven Arbeit!
Vor allem aber vermissen wir den Austausch mit den Kollegen, die zufällige Begegnung und die Kommunikation untereinander. Das Gespräch zwischendurch an der Kaffeemaschine, das spontane Meeting, das Aufschnappen eines Gedankens. All das, was nicht fest vereinbart im Terminkalender steht.

Büro oder kein Büro, das ist hier die Frage

Gerade jetzt ist es also an der Zeit, zu fragen, wie der ideale Ort der Arbeit eigentlich aussehen muss. Brauchen wir nach der Corona-Krise noch ein Büro? Und wenn ja, wie sieht das aus? Es ist klug und wünschenswert, das, was wir derzeit gelernt haben und was gut funktioniert, zu bewahren. Alles, was früher besser war, zu integrieren und so das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen.
Auf jeden Fall brauchen wir dafür Räume. Physische Orte, die uns inspirieren und beflügeln. Orte, an denen wir uns wohlfühlen, wo wir gerne sind. Nur so kann Innovation entstehen und die ist für eine wirtschaftlich stabile Zukunft nötig.
Das Büro von morgen muss sich unseren Aufgaben anpassen und uns individuell unterstützen. Je nachdem, wie wir arbeiten, sollte der Arbeitsort anders gestaltet sein. Fokussierte Arbeit, alleine und hochkonzentriert, verlangt eher nach einem abgeschlossenen Büro oder auch dem Homeoffice. Kollaborative Arbeit im Team gelingt, wenn Austausch ermöglicht wird. Wenn die Ideen und Gedanken fließen können und keine Wand sie bremst. Wände sind dagegen gut, wenn man sie beschreiben und bekleben kann und alles, was in den Köpfen ist, sichtbar machen. Zusammenarbeit im Team, gemeinsames Lernen und Teilen von Wissen kann durch die richtigen Tools aber auch den passenden Workshop- oder Meetingraum produktiver werden. Zum ‚Socializing‘, dem Vernetzen untereinander und der zufälligen Begegnung kann der Gang in die Kaffeeküche, in die Loungeecke oder eine sonnige Terrasse einladen.

Chancen aus der Krise ziehen, um New Work weiter voranzutreiben

Aus dem Learning der aktuellen Zeit während der Corona-Krise und den Erfahrungen, die jetzt gesammelt wurden, sehen wir den Bedarf nach verschiedenen Orten für unsere Arbeit deutlicher denn je. Im besten Fall haben wir als ersten Ort das Firmenbüro, in dem die DNA des Unternehmens spürbar ist, wo die Marke lebt und die Menschen sich mit dem Unternehmen identifizieren und verorten können.
Hoffentlich behalten wir uns als zweiten Ort der Arbeit das Homeoffice als Option bei. Als Ergänzung zur Unternehmenszentrale und z.B. als Möglichkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Last but not least sollte es noch dritte Orte der Arbeit geben. Für spezielle Bedarfe, wie ortsunabhängiges Arbeiten für diejenigen, die viel unterwegs sind. Oder als Ergänzung für die Anlässe, die sich an den anderen beiden Orten nicht gut abbilden lassen: Kreativworkshops, Business-Events, Coworking, Projektarbeit auf Zeit, repräsentative Kundentermine und vieles mehr. In diesem Mix haben wir alles, was uns Menschen unterstützt, unsere Arbeit besser zu machen und dabei glücklicher zu sein.
Begreifen wir also die Krise als Chance und setzen wir alles daran, den Workspace als Tool zu begreifen. So kann New Work wirklich gelingen.
Autorin:
Die Diplom Designerin Sabine Sauber hat langjährige Erfahrung in Kommunikation, Markenführung und Creation u.a. als Art Director bei verschiedenen Agenturen und in der Lehre sowie als Unternehmenssprecherin und Head of Marketing bei Design Offices.

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